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Ahaus und Stadtlohn

Das Westmünsterland, besonders die Gegend um Ahaus und Stadtlohn, ist Schauplatz von Annette von Droste-Hülshoffs (s. Münster-Nienberge u.ö.) Verserzählung »Die Schlacht im Loener Bruch«. Diese Schlacht besiegelte die Niederlage des tollen, d.h. wagemutigen und hitzköpfigen, Christian von Braunschweig, der in der bedeutendsten Schlacht des 30jährigen Krieges auf westfälischem Boden 1623 bei Stadtlohn – nach den Worten der Dichterin – »die Jacke voll kriegte«. In ihrem Epos komme jedoch nicht »viel Schlachterey« vor, beruhigte die Autorin ihre Mutter, es sei vielmehr ein vaterländisches, will heißen: westfälisches Werk. Nicht zuletzt wegen seiner Westfalen verherrlichenden Züge fand es im Bekanntenkreis gleich viel Zuspruch: »Meine Freunde sagen mir so viel Schönes darüber und pusten mich dermaßen auf, daß ich fürchte, der Himmel läßt mich zur Strafe meiner Sünden desto tiefer in den Dreck fallen, wenn die öffentliche Kritik mal drüber her kömmt.«


Die Droste hatte das etwa 2.300 Verse umfassende Schlachtgemälde in aller Eile verfaßt. Es komplettierte ihre 1838 bei Aschendorff erschienene erste Gedichtsammlung. Die Ausgabe war zwar ein Mißerfolg, doch hat gerade »Die Schlacht im Loener Bruch« das dichterische Selbstbewußtsein der Autorin gestärkt. Das Werk steht an der Schwelle zu ihren bedeutenden späteren Arbeiten, etwa der im folgenden Jahr vollendeten Judenbuche. Auch greift es erstmals das Westfalenthema auf, dem Annette von Droste-Hülshoff zeitlebens treu blieb.


»Seh ich dich so, mein kleines Land, / In deinem Abendfestgewand: / Ich meine, auch der Fremdling muß / Dir treulich bieten Freundesgruß. / Du bist nicht mächtig, bist nicht wild, / Bist eines stillen Kindes Bild, / Das, ach, mit allen seinen Trieben, / Gelernt vor allem dich zu lieben.« (Textauszug aus dem ersten Gesang)


Literarische Stätte: An die Schlacht erinnert der Gedenkstein des Stadtlohner Heimatvereins am Düwing Dyk bei Stadtlohn mit Inschrift: »Hier besiegte am 6. August 1623 in der Schlacht im Lohner Brook der kaiserliche Feldherr Graf Tilly den Heerführer Christian von Braunschweig, genannt der tolle Christian. Über 8.000 Söldner fanden den Tod.«




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