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In Dülmen geboren und aufgewachsen ist der Heimatdichter Max von Spiessen (1852-1921). Sein Nachlaß befindet sich Stadtarchiv.


Hinweise: Die Rektoratschule in Dülmen besuchte der in Appelhülsen geborene Friedrich Castelle (1879-1954) (s. Ochtrup-Welbergen).

Die Fürstin Amalia von Gallitzin (s. Münster) hielt sich häufig auf der Wasserburg Haus Darfeld auf, einem Besitz des Freiherrn von Fürstenberg (s. Münster). Heute befindet sich dort ein Archiv zum Fürstenberg-/Gallitzin-Kreis.

Das historische Vorbild für Josef Wincklers (s. Hopsten, Rheine) tolldreisten Schelmenroman Der Tolle Bomberg gab der Freiherr Gisbert von Romberg (1839-1897) ab, der auf Haus Buldern geboren wurde, dort zeitweilig lebte und auch verstarb. Das Haus wird heute als Internat genutzt.

Der durch ererbten Besitz, große Ländereien und lukrative Bergwerke in der Nähe von Dortmund und Bochum zu großem Reichtum gekommene Königliche Kammerherr Gisbert von Romberg verschreckte damals die biedere münsterische Bürgerlichkeit, Adel und Klerus durch seine ausschweifenden, oft genug geschmacklosen Eskapaden. Aber so hoch die Ausgaben auch waren – durch Rechnungsbücher des Gasthauses Midy in Münster ist beispielsweise für die Jahre 1869 bis 1871 eine Summe von 6.500 Talern belegt, sie gingen dennoch nicht zu Lasten des Grundkapitals. Im Gegenteil: Dieses wuchs sogar noch stetig an. Ein 1881 vor dem Amtsgericht in Dülmen gegen Romberg angestrengter, auf dem Vorwurf der Verschwendungs- und Trunksucht basierender Antrag auf Entmündigung wurde deshalb abgewiesen.

Erstmals zum Thema eines literarischen Werkes wurde Romberg 1874 in dem Kapitel »Här von Bullrig« in Hermann Landois' (s. Münster) Romanfolge Franz Essink. Das Buch erlebte bis 1924 14 Auflagen mit insgesamt 14.000 Exemplaren. Ein eigenes Kapitel wird ihm auch in Karl Prümers Schelmenstreiche niederdeutscher Käutze (erschienen zwischen 1914 und 1918) eingeräumt. So kam allmählich ein regelrechter Bomberg-Mythos in die Welt, von dem vor allem ein Werk partizipierte, Josef Wincklers Roman Die Abenteuer des Tollen Bomberg (1923), der es bis heute auf eine Auflage von 750.000 Exemplaren gebracht hat. Mit der historischen Vorlage hat dieses Werk zwar nur noch wenig gemein, doch das schien die Leser nicht zu irritieren. Im Gefolge dieses auch mehrfach verfilmten Romans (mit Hans Adalbert von Schlettow und Hans Albers in der Hauptrolle) gab es weitere Bearbeitungen in Romanform und für die Bühne. Erwähnenswert sind hier die Umdeutungsversuche Harald Müllers bei Inszenierungen Mitte bis Ende der 1980er Jahren in Dortmund und Münster. Hier wird Romberg-Bomberg zu einer gegen die Bürgerlichkeit rebellierenden, eher anarchistischen Figur. Zahlreiche Szenen aus Wincklers Roman waren auch Gegenstand der bildenden Kunst. Zu erwähnen sind schließlich Bombergiana wie das Münsterer Bomberg-Brot oder die Benennung eines Intercitys der Deutschen Bundesbahn mit Der tolle Bomberg.

Schauplatz: Brentanos Dülmener Zeit wird in Wolfgang Müller von Königswinters Das Haus der Brentano (Romanchronik, Stuttgart 1912) behandelt.



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