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1825-1850:

1829

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Melchior von Diepenbrock: »Geistlicher Blumenstrauß«

Die religiös orientierte Literatur bildet im Westfalen der Biedermeierzeit eine starke Strömung. Einen eigenen Weg beschritt der 1798 in Bocholt geborene Melchior von Diepenbrock, späterer Fürstbischof von Breslau. Mit seinem Hauptwerk, dem »Geistlichen Blumenstrauß, aus spanischen und deutschen Dichtergärten, den Freunden der christlichen Poesie dargeboten« (1. Auf. 1829, 4. Aufl. 1862), erwarb er sich den Ruf eines kongenialen Übersetzers und spätromantisch-restaurativen Erbauungsschriftstellers. Der »Blumenstrauß« sollte, vor dem Hintergrund einer Erneuerung religiöser Tradition, »Zeugnisse des naivchristlichen Glaubens vergangener Zeitalter« sammeln – eine Entwicklung, die sich den liberalen und demokratischen Tendenzen der Literatur ebenso widersetzte wie dem Vordringen eines weltzugewandten Realismus. Mit der Übertragung von drei Erzählungen des Flamen Hendrik Conscience unter dem Titel »Flämisches Stilleben« (Regensburg 1845) schwenkte Diepenbrock später zu einer »gemütvoll-münsterländischen Haltung« (Clemens Heselhaus) um. In Annäherung an die Dorfgeschichte traf er damit schon den Ton der volkspädagogischen Erbauungsdichtung, die in Westfalen weiterhin wirksam bleiben sollte und später nationale Elemente assimilierte.


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