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1950-1975:

1951

zurück Die Zeitschrift »Westfalenspiegel«


Die Zeitschrift »Westfalenspiegel«

Ein Publikationsorgan von Rang: Die 1951 gegründete Zeitschrift »Westfalenspiegel« reflektiert und dokumentiert wie kein anderes die literarischen Entwicklungen in Westfalen. Sie zeigt den hohen Stellenwert von Literatur in den 1950er bis 1970er Jahren auf. Er ist dokumentiert in wahren Leserbriefschlachten wie den »Stürmen um Ernst Meister«. Dem abstrakten, philosophisch orientierten Hagener Autor war mangelndes Westfalenbewusstsein vorgeworfen worden, seine Dichtung sei »unwestfälisch«. Die Zeitschrift schlug sich auf die Seite der Neuerer, die eine deutliche Abkehr von der bis dahin dominanten bäuerlich-heimatlichen Dichtung forderten und in ihrem eigenen Schaffen praktizierten.Eine ganze Traditionslinie lief aus. Das »alte Westfalen« nahm seinen Abschied. Die Sache als solche – westfälische Dichtung um Westfalens willen – kam in Verruf. Beim so genannten Schmallenberger Dichtertreffen 1956 wurden die Konflikte offen ausgetragen, was zu einem Eklat führte. Zwei der beteiligten Autoren urteilten im Rückblick: »Das ›Schmallenberger Ereignis‹ ist eine der heilsamsten und spontansten geistigen Auseinandersetzungen gewesen, die Westfalen in den letzten Jahren erlebt hat. Sie hat erwiesen, dass sich eine Heimatdichtung noch längst nicht von selbst versteht und wie alle echten schöpferischen Vorgänge ein ›brutales Geschäft‹ ist, das zu täglich neuen Auseinandersetzungen herausfordert.« (Walter Vollmer, 1963) – »...eines ist sicheres Faktum geworden: Seit Schmallenberg gibt es keine Kontinuität mehr in der westfälischen Literatur... Tränen der Trauer oder der Wut sind deswegen nicht mehr am Platze.« (Friedrich Wilhelm Hymmen, 1969)In den 1960er und 1970er Jahren war vieles in Bewegung. Neue Themen und Schriftstellernamen kamen ins Spiel. In vielen westfälischen Städten fanden Schriftstellertreffen statt, häufig unter Beteiligung europäischer Autoren. Die politische »Gruppe 61« trat auf den Plan, aus dem um 1970 der »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« hervorging. Im Bielefelder »Bunker Ulmenwall« las seit 1962 die heimische und internationale Schriftstellerprominenz. Als weit ausstrahlendes Autorenforum etablierte sich Mitte der 1960er Jahre das internationale Neheim-Hüstener Schriftstellertreffen mit eigenem Kurzgeschichtenwettbewerb – alles, wie gesagt, dokumentiert im »Westfalenspiegel«.


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