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1950-1975:

1963

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Max von der Grün: »Irrlicht und Feuer«

Max von der Grüns Name ist programmatisch mit dem Etikett »Arbeiterdichter« verbunden. Er war Mitbegründer der Gruppe 61 und zugleich ihr prominentestes und literarisch wirksamstes Mitglied. Seine Romane sind Erfolgsbücher und riefen bei ihrem Erscheinen erregte Diskussionen hervor, viele wurden verfilmt. Seine Stoffe bezog der Autor aus seiner unmittelbaren Lebens- und Arbeitswelt: Arbeitslosigkeit, Großstadtprobleme, Parteienfilz, Gewerkschaftskomplott, später treten Neonazitum und die Asylantenfrage hinzu.Von der Grün wurde 1926 in Bayreuth geboren. Er machte zunächst eine kaufmännische Lehre und war nach 1945 für drei Jahre in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Von 1951 bis 1964 arbeitete er im Ruhrgebiet untertage als Bergmann. Die Veröffentlichung von »Männer in zweifacher Nacht« führte wegen seiner antigewerkschaftlichen Äußerungen zu seiner fristlosen Entlassung. Seitdem lebt er als freier Schriftsteller in Dortmund. Er erhielt für sein Werk viele Auszeichnungen, u.a. 1980 den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Von der Grün »kommt das Verdienst zu, die Arbeitswelt als Gegenstand der Auseinandersetzung in die Literatur der Bundesrepublik integriert zu haben«. (Kritisches Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur) Von der Grüns zweiter Roman, »Irrlicht und Feuer« löste einen politischen Skandal aus, der in ganz Deutschland wahrgenommen wurde. Unter anderem wird ein tödlicher Betriebsunfall geschildert, der durch den Einsatz eines mechanischen Kohlehobels verursacht wird. Arbeitgeber und Vertreter der IG-Bergbau und Energie kritisierten das Buch heftig, u.a. weil es die damalige Ideologie der »Sozialpartnerschaft« empfindlich störte.


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