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1950-1975:

1973

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Karin Struck: »Klassenliebe«

Karin Struck machte in den 1970er Jahren mit Mitte zwanzig als »mitteilungswütiges, feministisches Fräuleinwunder der deutschen Literatur« (Waltraud Schwab in der »taz«) Furore. In ihrem Roman »Klassenliebe« (1973) entblößt sie ihre Privatsphäre und wurde von feministischer Seite dafür gefeiert. Das Buch war ein Kassenschlager. Es handelt ganz ungeschminkt von der Herkunft der Autorin, ihrer Zeit als Fabrikarbeiterin und Geliebte eines Intellektuellen und ihrem Kampf um Anerkennung, Emanzipation und Liebe. Das Buch zählte seinerzeit zu den zentralen Werken der »Neuen Subjektivität«. Auch in ihren folgenden Romanen spielte das Private, Intime und Themen wie (gescheiterte) Ehe, Sexualität, Mutterschaft, Liebe und – später ganz zentral – Abtreibung eine dominante Rolle. Die späteren Werke konnten an den Erfolg von »Klassenliebe« nicht anknüpfen. Der ehemaligen DKP-Aktivistin und kämpferischen Feministin wurde ihr Übertritt zum Katholizismus und ihr (teilweise provozierendes) Engagement gegen Abtreibung verübelt. Auch war autobiographische Bekenntnisliteratur aus der Mode gekommen. Der Autorin wurde ein Hang zur Hypersensibilität und Selbstmitleid und nicht zuletzt mangelnde formale Disziplin vorgeworfen.


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