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1953

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Herbert Reinecker: »Kinder, Mütter und ein General«

»Kinder, Mütter und ein General« ist ein strategisch geplantes Erfolgsbuch. Mit ihm und der gleichnamigen Verfilmung schaffte Herbert Reinecker den Wiedereinstieg in eine erfolgreiche Medienlaufbahn, nachdem er wegen seiner propagandistischen während der NS-Zeit nach 1945 zunächst diskreditiert gewesen war. Als Drehbuchautor für unter anderem fast 400 Folgen von »Der Kommissar« und »Derrick« schrieb er später deutsche Fernsehgeschichte. Als »Kinder, Mütter und ein General« erschien, reüssierte eine Literatur, der es um die Aufarbeitung des Krieges und deutscher Mentalität ging, die Fragen stellte und sich um eine ideologische Erneuerung bemühte. Heinrich Böll fand für sie den Namen »Trümmerliteratur«. Es war eine Außenseiterliteratur, die aus der Geisteshaltung der »Gruppe 47« geschrieben war. Reinecker stand außerhalb solcher literarischen Debatten. Ihm schwebte ein Platz in der boomenden Medienwelt der Wirtschaftswunderjahre vor. Mit dem hier vorgestellten Roman, der auch heute noch im Buchhandel greibar ist, kam er diesem Ziel ein großes Stück näher.Inhaltlich geht es um sieben Mütter, die sich in der Endphase des Zweiten Weltkriegs zur Front aufmachen, um von dort ihre Söhne zurückzuholen. Das dramatische Kriegsgeschehen bot Reinecker hinreichend Gelegenheit zur Emotionalisierung. Wie bei seinen späteren Drehbüchern beweist er einen besonderen Instinkt dafür, was beim Publikum ankommt. »Kinder, Mütter und ein General« wurde bereits ein Jahr nach der Buchfassung verfilmt. Es war einer der größten Erfolge der Nachkriegszeit. 1956 gewann der Film den »Golden Globe« für den besten ausländischen Film. Therese Giese wurde für ihre Darstellung der Frau Bergmann mit dem Silbernen Filmband ausgezeichnet. Klaus Kinski spielte einen skurpellosen SS-Offizier, und auch sonst wurde mit Hilde Krahl, Ursula Herking, Claus Biederstaedt, Bernhard Wicki und Hans Christian Blech ein regelrechtes Starensemble aufgeboten. Heute verdient der Film lediglich noch als historisches Filmdokument Interesse: »Sieht man sich den Film heute an, so kann man nicht nur eine erschreckende filmische Infantilität feststellen, sondern man fragt sich auch, was an der konstruierten, mit allen gängigen Klischees vollgepackten Handlung mutig oder ›antikriegerisch‹ sein soll.« (Eckhardt Schmidt: Film, 1964)


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