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»Kunst für Kohle, Kohle für Kunst!« Dieser Slogan steht am Anfang der Geschichte der Ruhrfestspiele Recklinghausen. Bergleute aus Recklinghausen fuhren im kalten Winter 1946 eine Sonderschicht für die Beheizung des Hamburger Schauspielhauses. Das Ensemble bedankte sich im Sommer darauf mit einem Gastspiel. Der solidarische Akt führte zur Gründung der Ruhrfestspiele, die 1951 ihre Premiere erlebten. In den fünf Jahrzehnten ihres Bestehens entwickelten sie sich zu einem beispielhaften Theaterunternehmen internationaler Couleur. Sie brachten, wie es hieß, den »Duft der großen weiten Theaterwelt ins Revier«. Die bedeutendsten Schauspieler und Regisseure Deutschlands sahen es als Ehre an, hier aufzutreten bzw. zu inszenieren. Gastspiele aus Barcelona und Mailand, Paris und New York festigten den Ruf einer außergewöhnlichen Theater-Begegnungsstätte. Neben den Ruhrfestspielen und dem Bochumer Stadttheater trug das »Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel« dazu bei, Westfalens Ruf als Theaterlandschaft mit internationalem Profil zu festigen. Unter der Intendanz Hans Dieter Schwarze wurde das WLT zwischen 1968 und 1973 zum »Volkstheater im Ruhrrevier«. Das Ensemble spielte u.a. in Fabrikhallen und Strafvollzugsanstalten. Schwarze führte auch Regie bei einem Nachkriegsdrama, das Theatergeschichte schrieb. Die Rede ist von »Korczak und die Kinder« (1957) des Soester Autors Erwin Sylvanus. Es wurde über 120 Mal inszeniert und in 15 Sprachen übersetzt. Es machte das Schicksal des Warschauer Arztes und Pädagogen Janusz Korczak bekannt, der als Leiter eines jüdischen Waisenhauses mit seinen Kindern in den Tod ging, obwohl ihm ein Überleben möglich gewesen wäre.

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