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zurück T wie Tugendhafte Literatur


Der Politiker, Jurist, Historiker und Literat Justus Möser stammt zwar aus Osnabrück, fühlte sich aber dem westfälischen Kulturraum zugehörig. Dies kommt beispielsweise in seiner Moralischen Wochenschrift »Westphälische Beyträge zum Nutzen und Vergnügen« (1773-1782) zum Ausdruck. Mösers literarisches Hauptwerk sind die »Patriotischen Phantasien« (1774-1786), eine Sammlung von 287 Aufsätzen, die zuvor in den Beilagen der »Wöchentlichen Osnabrücker Anzeigen« veröffentlicht worden waren, die Möser 16 Jahre lang redigierte. Bereits 1746 hatte Möser, der Zeitmode folgend, mit der Herausgabe einer Moralischen Wochenschrift (»Versuch einiger Gemälde von den Sitten unserer Zeit«) begonnen. Seine Beiträge unterscheiden sich deutlich von den älteren Wochenschriften, die in einer nüchternen Vernunftdiktion abgefasst waren und einer strengen Tugendlehre huldigten. Möser hingegen bemühte sich um einen unterhaltenden, witzigen Stil. In Westfalen lassen sich seit Mitte des 18. Jahrhunderts 19 moralische Wochenschriften nachweisen. Die bedeutendste trägt den Titel: »Westphälische Bemühungen zur Aufname des Geschmackes und der Sitten« (Bielefeld, Lemgo 1753-1755), ein »Werk, welches für die Literatur Westphalens Epoche machte« (Peter Florens Weddigen). Das Organ wandte sich an die »Liebhaber eines gereinigten Geschmaks und feiner Sitten in Westphalen«. »Für die Weckung des literarischen Interesses und den Fortschritt der literarischen Bildung Westfalens im 18. Jahrhundert bedeuten die periodischen Blätter, die moralischen Wochenschriften und die aus den Beilagen zu den Intelligenzblättern erwachsenen gelehrten und schöngeistigen Zeitschriften alles« (Paul Casser).

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