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Ochtrup-Welbergen

Zum Kreis der Fürstin Amalia von Gallitzin (s. Münster, Münster-Angelmodde u.ö.) und des Grafen Friedrich Leopold von Stolberg (s. Münster-Gremmendorf, Hörste-Stockkämpchen u.ö.) gehörte auch der frühere Besitzer der Wasserburg Haus Welbergen, Franz Kaspar Bucholtz (1759-1812).

In seiner Zeit galt dieser »junge, liebenswürdige Mensch, voll Innigkeit und ganz außer der gewöhnlichen Weise« (Johann Gottfried Herder) als hoffnungsvolles literarisches Talent. Seine Gedichte und Prosabeiträge erschienen in den bekanntesten literarischen Organen der Zeit, dem Teutschen Museum und dem Voß'schen Musenalmanach. Heinrich Christian Boie, der Herausgeber des Museums, schrieb 1777 an seinen Dichterfreund Gottfried August Bürger:

»Sprickmann hat mir einige Aufsätze von einem jungen Menschen aus Münster geschickt, die großes Genie verrathen. Wenn du die beyden Stücke Bettina und Trost und Lehre im Museum liest, so vergiß nicht, daß der Verf. aus Münster und noch nicht davon weg gekommen, ein Katholik und 17 Jahre alt ist.«
Die hohen Erwartungen, die in Bucholtz gesetzt wurden, erfüllten sich freilich nicht. Dennoch wird sein Name der Literaturgeschichte bewahrt bleiben. Einmal durch Bucholtz' Zugehörigkeit zur familia sacra (s. Münster), vor allem aber, weil er 1784 den bedeutenden Philosophen und Begründer des deutschen Irrationalismus, Johann Georg Hamann (1730-1788), nach Münster einlud. Die Fürstin Gallitzin verfaßte später die Schrift Wie Georg Hamann starb.

Literarische Stätte: Die Ende des 16. Jahrhunderts erbaute Wasserburg Welbergen war später Wohnsitz Friedrich Castelles (s. Münster). Seit 1959 ist sie im Besitz der Bertha-Jordan-van-Heek-Stiftung zur Förderung landschaftlich kultureller Verbindungen; Bucholtz' Nachlass befindet sich im Staatsarchiv Münster.



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